Warum in der Steuerberatung arbeiten?
04.06.2012Ein wirklich großes Danke an die fast 80 Kollegen, die Ihre Meinung zur Puls 2012 – Abfrage „Warum in der Steuerberatung arbeiten?" abgegeben haben. Die genannten Gründe sind stimmig, nachvollziehbar und eine gute Basis, um die Attraktivität des Berufs zu beschreiben.
Sehr oft war von „spannend“, „herausfordernd“, „für Menschen“ etc. die Rede (die gesammelten Aussagen finden Sie im pdf-file). Diese Sichtweise ist verständlich. Inwiefern jedoch „Spannung“ in der regelmäßigen Erstellung der Finanzbuchhaltung aufkommt, sollte jeder für sich einschätzen. In den meist genannten Gründen für den Beruf steckt aus meiner Sicht ein erhebliches Gefahrenpotenzial: Es wird ein Bild vermittelt, das in vielen Fällen nicht auf Dauer zu halten bzw. zu leben sein wird.
Was ich in den genannten Gründen für den Beruf vermisse, und das könnte ein dauerhaftes Argument sein, ist, darzustellen, was der Beruf bewirkt. Also weg von der attraktiven – aufgehübschten – Darstellung der Tätigkeit hin zum Ergebnis und Nutzen der Steuerberatung. Diese könnte in die folgende Richtung gehen:
- Unternehmer und Unternehmen (noch) erfolgreich(er) zu machen
- Unternehmern, Privatpersonen und Unternehmen Steuern zu sparen – und damit nicht nur Vermögen, sondern auch Sicherheit und Zufriedenheit zu schaffen
- Menschen Unangenehmes abzunehmen; ihnen Dinge zu erledigen, die sie nicht nur nicht können, sondern vor denen sie teilweise sogar Angst haben, wie z.B. der mit den Behörden und Betriebsprüfungen
- Eine wichtige Person für Menschen in der Wirtschaft zu sein; ein kompetenter Gesprächspartner zu sein, dessen Meinung in wirtschaftlichen, steuerlichen und rechtlichen Fragen enorm geschätzt wird; ein vertrauensvoller Wegbegleiter von untermehmerisch handelnden Menschen zu sein.
- Menschen mit Fragen zum Steuerberater kommen und ihm Dinge anvertrauen, die sie sonst niemandem erzählen würden.
- Ein Leuchten und Glänzen in den Augen der Klienten zu erkennen, wenn man ihm in einer schwierigen Situation geholfen hat.
- Ein Schutzschild der Gesellschaft gegen unberechtigte Ein- und Übergriffen des Staates zu sein
Ich meine, der Berufsstand sollte deutlich mehr von der enormen Wirkung sprechen, die er erzielt, als die Tätigkeit zu sehr schön zu reden, die sie auf Dauer nicht ist – und nicht sein kann. In jeder noch so „spannenden“ Arbeit gibt es früher oder später ein gehöriges Maß an Routine. Gott sei Dank, denn damit ist man in dieser Tätigkeit gut. Was Menschen jedoch wirklich antreibt, ist anderen Menschen wirklich zu helfen.
Ich bin gespannt auf Ihre Meinung!
Lesen Sie dazu „Die Bedeutung Ihrer Kanzlei“
Kanzleistrategie vorhanden?
02.06.2012Fast 200 Kollegen stimmten zur vorhandenen Kanzleistrategie ab.
Gratulation an jene 27 %, die von sich behaupten können, dass es ein schriftliches Strategiekonzept in der Kanzlei gibt, UND dies den Mitarbeitern bekannt ist.
Ich stellte schon öfters die Frage, wie Management ohne Ziele gelingen kann - siehe "Wenn Ziele fehlen" oder "Die Bedeutung von Zielen". Planen Sie bereits jetzt Ihr jährliches Strategie-Meeting.
Lesen Sie dazu "Strategieentwicklung in der Steuerberatungskanzlei"
CPA-Horizons 2025
25.03.2012Wohin entwickelt sich der Berufsstand? Eine Frage, die - so nehme ich an - jeden interessiert.
Üblicherweise treffen US-amerikanische Entwicklungen früher oder später auch in Mitteleuropa ein. Insofern ist das Ergebnis der großangelegten Studie CPA Horizons 2025 auch für Österreich und Deutschland relevant. Und übrigens ... die Zukunft ist schon da!
Hier geht es zum Report >>>
Ich bin gespannt auf Ihre Meinung!
Puls 2011 - Umsatzerwartungen
19.12.2011Der Branche scheint es sehr gut zu gehen!
Herzlichen Dank an jene 159 Kollegen, die Ihre Umsatzerwartungen für das Jahr 2011 genannt haben. Das Bild ist überzeugend:
- Weniger als 10 % der teilnehmenden Kanzleien erwarten Umsatzrückgänge gegenüber dem Vorjahr.
- Ein Viertel erwartet Umsatzzuwächse von mehr als 10 %!
Das sind ausgezeichnete Nachrichten und sie lassen auf ein weiteres gutes Jahr 2012 hoffen.
Eine kritische Analyse von Umsatzverlusten zum Jahresende ist notwendig - Einmaleffekte oder ein Trend?
Peak.Performance.Program 2011 - Nachlese
19.12.2011Drei Kollegen traten die weite Reise in den Süden Chiles zum Peak.Performance.Program 2011 an.
Die weite Reise - so ihre einhellige Meinung - hat sich gelohnt. Mit extrem hohen Engagement und intensivem Arbeiten sind sie ihren Zielen alleine schon dadurch näher gekommen, dass sie sie eindeutig festlegen konnten.
Eine lohnenswerte, anstrengende und unvergessliche Woche in Pucón - Vielen Dank für Euer Vertrauen!
Peak.Performance.Program 2012 - 18.-23. November 2012 wieder in Pucón/Chile
3 Kommentare
Volker Muehl 19.07.2012 / 23:11 Uhr
Hallo Stefan,
Zu "Die Wirkung Deiner Kanzlei".
Ohne deinen Artikel gelesen zu haben, bin ich angeregt durch Stephen Covey (der übrigens in den letzten Tagen mit 80 Jahren gestorben ist) auch schon auf diese Uberlegung gekommen. Und zwar durch das Buch "die sieben Wege zur Effektivität". Dort unterscheidet er zwischen dem Einflussbereich und dem Interessenbereich. Ich kam genau mit der von dir Gemachten Rechnung auf ca. 7.000-8.000 Menschen in meinem beruflichen Einflussbereich. Das hat mich im ersten Moment überrascht und dann unheimlich stolz gemacht und mir auch klar gemacht, welche große Verantwortung daraus erwächst. Und mich weiter beflügelt. Ich konzentriere mich auf meinen/ unseren Interessenbereich, um mit unseren Ressourcen unsere Ideen zu platzieren und weiterzuentwickeln. Mit ein wenig Mut kann man sehr viel bewegen - auch gesellschaftspolitisch - und das macht unheimlich Spass. Danke für Deine Idee mit den Mitarbeitern eine vergleichbar große Menschenmenge aufzusuchen und diesen Gedanken ihnen klar zu machen. Ich werde das demnächst mal machen. Liebe Grüße. Volker Muehl.
Bernhard Brugger 02.08.2012 / 12:07 Uhr
Lieber Stefan,
wir haben Deinen Artikel soeben in unserer Teamsitzung diskutiert, das Ergebnis hier in Kurzform:
"- wir finden unseren Beruf spannend und er macht uns Spaß, eine gewisse Routine gibt es in jedem Beruf,
- Herr Lami möcht möglicherweise nicht in unserem Beruf arbeiten, deshalb stellt er ihn im Vorspann so negativ dar, oder, um uns zum Nachdenken und Diskutieren zu bewegen,
- unsere Arbeit ist auch deshalb spannend, weil wir Fibu. Lohn und Jahresabschlüsse machen dürfen und das bei uns nicht getrennt ist.
- für Mandanten eine Lösung auszutüfteln, die auch klappt, befriedigt uns sehr,
-für uns ist die Arbeit mit Zahlen mit Leben gefüllt,
-nachteilig an unserem Beruf sehen wir die häufig negative Reaktion von Externen, wenn wir unseren Beruf nennen ("oh Gott, im Steuerbüro arbeiten, das könnte ich nie - das sind die Steuerleute, denen brauchst Du keine Karte fürs Fest verkaufen, die feiern eh nicht - ....etc")
Sonnige Grüße vom Bodensee nach Tirol Bernhard
Stefan Lami 03.08.2012 / 15:42 Uhr
Lieber Bernhard!
Vielen Dank für Deinen Blog-Eintrag. Zu aller erst freut es mich riesig, dass Ihr den Artikel in der Teamsitzung diskutiert. Das ist ein wirklich positives Feedback - danke.
Falls bei meinem Beitrag ein negativer Unterton vermittelt wurde, so tut es mir leid. Genau das Gegenteil war die Absicht. Ich meine, dass StB einer der herausforderndsten Berufe ist, wenn nicht derTollste ... mit Menschen zu tun, sich um die (unternehmerische) Existenz der Mandanten zu kümmern etc. ... nur die Beratung von Steuerberatern kann das noch toppen ;-))
Worauf ich den Fokus legen wollte, war, weniger die Begründung für den Beruf aus der Tätigkeit zu definieren, sondern von der Wirkung her. Denn - und das seht Ihr ja auch so - in jedem Beruf lässt das "Spannende" mit der Zeit verständlicherweise (und Gott sei Dank ... man hat ja Routine) nach. Dagegen wird die Wirkung der Tätigkeit - so hoffe ich - immer noch da sein, odr sich sogar steigern.
Die von mir aufgezählten Argumente sehe ich als gute Grundlage, um in den von Dir angesprochenen Situation ("... oh Gott im Steuerbüro ...") dem Gesprächspartner mehr vom Nutzen des Steuerberaters rüber bringen zu können.
Nochmals danke für Deine/Eure Sichtweise ... und viele Grüße zurück an den Bodensee
Stefan