Mag. Stefan Lami - Steuerberatung - Unternehmensberatung

Werbeagentur Linz

Low-Tech statt High-Tech im Marketing

Reden lohnt sich immer

03.07.2013

Die Verlockungen des modernen Kanzlei-Marketings sind extrem groß und die Palette an einsetzbaren Werkzeugen ist so breit wie noch nie: Homepage-Relaunches, Suchmaschinenoptimierung, Google-Kampagnen, Social Media, Newslettersysteme u.v.m sind aus der täglichen Welt nicht mehr wegzudenken. All diese „Tools“, um im High-Tech-Talk zu bleiben, haben unzweifelhaft ihren Nutzen.

Was wirklich entscheidet

Beobachten Sie sich selbst. Beobachten Sie Ihre Umgebung. Beobachten Sie die Jugend. Beobachten Sie Menschen generell, wie sie sich entscheiden. Mir fällt dabei auf, dass diese High-Tech-Marketing-Tools das Leben ganz gravierend verändert haben. Flugbuchungen, Bücherbestellungen, Hotelsuche, Produktrecherche – all das und vieles mehr wäre ohne die modernen Kommunikationsmittel nicht mehr denkbar. Nahezu alle Menschen, egal welchen Alters, greifen bei ihren Kaufentscheidungen darauf zurück.

Sehen Sie aber noch ein wenig genauer hin, wie Sie, Ihre Freunde (ob jung oder alt), Menschen in Ihrem Umfeld Entscheidungen treffen, wenn es um höchstpersönliche Dienstleistungen geht: Rechtsanwalt, Architekt, Arzt jeder Spezialisierung, Versicherungsmakler, Bank etc. Meine Beobachtung ist, dass trotz all der vorhandenen technischen Möglichkeiten die persönliche Meinung eines Freundes und das persönliche (Erst-)Gespräch mit dem jeweiligen Anbieter immer noch die entscheidenden und auslösenden Kriterien sind.

Natürlich gibt es auch Menschen, die sich auch im Zusammenhang mit höchstpersönlichen Dienstleistungen ohne das persönliche Gespräch entscheiden. Nur sind sie, so meine Beobachtung, die deutliche Minderheit.

Low-Tech-Marketing ist Gespräche führen

Bei all den vorhandenen Verlockungen des modernen Marketing passiert es leicht, den Kern der Sache aus den Augen zu verlieren: Einfach nur gute Gespräche zu führen.

Möglichkeiten dafür gibt es genug:

  • bestehende Klienten anrufen
  • bestehende Klienten in ihren Unternehmen besuchen
  • bestehende Klienten einladen (zu einer Veranstaltung, zu einem gemeinsamen Messebesuch, zu einem Mittagessen, …)
  • potenzielle Klienten (Interessenten) zu einer Veranstaltung einladen
  • das vorhandene Netzwerk noch gezielter pflegen
  • Vorträge halten
  • ...

(Lesen Sie dazu auch „Danke! Raus aus der Kanzlei!“)

Testen Sie diese Vorschläge. Konzentrieren Sie sich 2-3 Monate auf gute Gespräche mit den richtigen Menschen. Das ist Low-Tech-Marketing mit High-Touch-Wirkung. Vielleicht werden Sie feststellen, dass die Ergebnisse deutlich besser sind als High-Tech/Low-Touch-Maßnahmen.

Keine Zeit für gute Gespräche? Dann lesen Sie bitte „Zu beschäftigt fürs Geschäft“ und „Die Delegationsautomatik“ oder sehen Sie „Die drei Kardinalfehler der Delegation“.

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2 Kommentare

Timo Taiber 10.09.2013 / 18:10 Uhr

Hallo Herr Lami,

ich lese seit einiger Zeit begeistert Ihre Beiträge und finde mich und meine Überzeugungen in vielen Ihrer Aussagen wieder. An dieser Stelle möchte ich Ihnen einmal Vielen Dank sagen, dass Sie uns an Ihren Erkenntnissen teilhaben lassen.

Zu dem Beitrag "Low-Tech statt High-Tech im Marketing" möchte ich gerne etwas anmerken. Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu, dass gute Gespräche das "A und O" sind und auch in unserer Region ist Mund-Propaganda immer noch die beste "Werbung".

Allerdings gehöre ich mit meinen 30 Jahren - zum Steuerberater wurde ich mit 26 bestellt - zu einer Generation, die sich Dienstleister durchaus mit Hilfe der technischen Möglichkeiten aussucht. Mir geht es selber so und auch in meinem Freundeskreis erfahre ich es so: Wenn ich einen Anwalt oder einen Arzt suche, suche ich diesen im Internet.

Selbstverständlich entscheide ich mich langfristig erst für einen Dienstleister, wenn das Gespräch gut war und die Chemie stimmt. Aber ohne die "modernen Marketing-Instrumente" bekommen viele Dienstleister von mir nicht einmal eine Chance, weil ich sie im Zweifel gar nicht finde.

Ich stimme Ihrem Beitrag voll und ganz zu, sehe aber den flächendeckenden Einsatz der modernen Marketing-Tools als unerlässlich, um die nächste Unternehmer-Generation, die innerhalb der nächsten 10 Jahre das Ruder übernimmt, erreichen zu können.

Liebe Grüße

Timo Taiber

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Stefan Lami 10.09.2013 / 20:05 Uhr

Lieber Herr Taiber!

Vielen Dank für Ihr positives Feedback und Ihren ausführlichen Kommentar. Beides freut mich sehr.

Inhaltlich sind wir auf vol einer Linie. Die Werkzeuge des modernen Marketing sind aus dem Kanzleialltag nicht mehr wegzudenken und es ist unerlässlich, sie professionell zu gestalten und zu nutzen. So hat der Steuerberater eine ernsthafte Chance, in die Auwahl eines interessierten Mandanten zu kommen. Die Entscheidung für oder gegen den Steuerberater fällt dann im persönlichen Gespräch.

Mein Aufruf ist, dass die Branche - neben der Professionalisierung des Internetauftrittes - nicht auf die "guten alten Methoden" vergisst.

Und gleichzeitig kenne und beobachte ich hoch erfolgreiche Kanzleien (auch im Segment junger, moderner, dynamischer Klienten), die das sogar ohne Homepage schaffen. Das nun schon seit Jahren. Hier ist die Mundpropaganda so stark, dass ein kontinuierlicher Strom an Neuklienten vorhanden ist.

Viele herzliche Grüße aus Tirol
Stefan Lami

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