Motivation für Wissensarbeiter
Ein Bericht im aktuellen Harvard Business Manager (Mai 2010) über eine
groß angelegte Studie zur Motivation von Wissensarbeitern bestätigt, was
man beim genauen Hinsehen in jeder Steuerberatungskanzlei entdecken
kann. Erzielte Arbeitsfortschritte sind der größte Motivator! Überprüfen
Sie in Ihrer Kanzlei bzw. Ihrem Team – durch genaues Beobachten in den
nächsten Tagen – diese Erkenntnis.
5 grundsätzliche Faktoren
Unzweifelhaft hängen die Motivation und die Emotionen der Mitarbeiter
von 5 grundsätzlichen Faktoren ab:
1. Anerkennung
2. Finanzielle Anreize
3. Persönliche Unterstützung
4. Fortschritte bei der Arbeit
5. Klare Ziele
In der Studie setzten die rund 600 befragten Manager „Anerkennung für
gute Arbeit“ an die erste Stelle der Motivation. Und damit lagen sie
falsch! Bitte schließen Sie jetzt nicht daraus, dass Anerkennung
unbedeutend wäre. Im Gegenteil – sie ist wichtig.
Wichtiger für die Motivation ist allerdings, ob der Mitarbeiter während
des Tages Arbeitsfortschritte erzielen konnte oder nicht. Und das können
auch Sie beobachten, nicht nur an sich selbst.
Wann geht man denn gut gelaunt am Abend aus der Kanzlei? Wenn man eine
Aufgabe, eine Projekt – unabhängig von der Größe – zügig, effizient und
effektiv erledigen konnte. Wenn der Jahresabschluss so richtig
„geflutscht“ ist. Wenn die Datenübernahme problemlos funktioniert hat.
Wenn die Besprechung mit dem Klienten einfach gut gelaufen ist. Wenn die
Formulierung des komplizierten Schreibens gut gelungen ist – etc.
etc.
Eine gute Nachricht für die Führung
Falls Sie in Ihrer Kanzlei dieselben Beobachtungen machen, und das ist
sehr wahrscheinlich, dann hat das für die Mitarbeiterführung angenehme
Folgen: Sie können enorm viel dazu beitragen, dass Ihre Mitarbeiter noch
mehr derartige Erfolgserlebnisse haben. Wo auch immer Sie Mitarbeiter
unterstützen, Arbeitsfortschritte zu erzielen, erreichen Sie nicht nur
bessere Ergebnisse, sondern auch eine höhere Motivation.
Die Fragen der Arbeitsmethodik (lesen Sie dazu
"Persönliche
Arbeitsmethodik als Erfolgsfaktor") und der Produktivität für
Wissensarbeiter (lesen Sie dazu
"Produktivität
für Kopfarbeiter") erhalten damit eine weitere wesentliche
Bedeutung.
Unter diesem Gesichtspunkt ist eine höchst wirkungsvolle Maßnahme, mit
Mitarbeitern deren Aufgaben einfach einmal gemeinsam „durchzuziehen“. Es
ist eine gut investierte Zeit, wenn Sie mit dem Mitarbeiter die
Buchhaltung eines Klienten im Detail besprechen und nach
Verbesserungsmöglichkeiten suchen oder wenn Sie mit einem Mitarbeiter
einen Jahresabschluss gemeinsam erstellen und ihm dabei all Ihre
Erfahrung und Tricks weitergeben. Es ist auch eine gut investierte Zeit,
wenn Sie sich darum kümmern, dass Ihre Mitarbeiter ungestört und zügig
durcharbeiten können; z.B. in der Form, dass Sie sich um fehlende
Unterlagen kümmern.
Das alles bedeutet nicht, den Mitarbeitern alle Aufgaben abzunehmen,
sondern einen Weg aufzuzeigen, wie sie schneller Arbeitsfortschritte
erzielen können. Genau das wollen Mitarbeiter ja.
Gelingen derartige Maßnahmen und stellt sich der Erfolg ein, dann ist
natürlich auch Anerkennung sinnvoll und notwendig
Ihre Erfahrungen?
Nutzen Sie besonders bei diesem Thema die Kommentarfunktion. Welche
Beobachtungen machen Sie? Mit welchen – einfachen – Maßnahmen lassen
sich Fortschritte erzielen?