Wieso Fixhonorare im Vorhinein so wirkungsvoll sind
Klientenorientierte Honorargestaltung lässt sich auf ganz einfache Weise
beschreiben: Der Klient erlebt beim Öffnen des Kouverts, in dem sich die
Honorarnote befindet, keine Überraschungen, weil er bereits weiß, welcher
Betrag ihn erwartet und er damit einverstanden ist.
Grundsätze
„Preis ist, was Du bezahlst und Wert ist, was Du erhältst!“ Dieser
unternehmerische Merksatz ist Steuerberatern oft nicht bekannt bzw. wird
ihm meist keine große Beachtung geschenkt.
„Der Wert einer Dienstleistung ist am höchsten, bevor diese ausgeführt
wird.“ Dieser Grundsatz ist für jeden sofort nachvollziehbar. Leider wird
in vielen Steuerberatungskanzleien nicht danach gehandelt, denn die
Abrechnung der Leistungen im Nachhinein ist immer noch die Honorarmethode
N° 1. Das ist schade, denn dadurch wird „Wert“ im wahrsten Sinne des
Wortes verschenkt.
Allein diese beiden Grundsätze sollten ausreichend sein, so oft wie nur
möglich Fixhonorare im Vorhinein zu vereinbaren. Darüber hinaus gibt es
noch eine Reihe weiterer Vorteile, die dafür sprechen, das Honorar im
Vorhinein zu vereinbaren.
Warum Honorarvereinbarungen im Vorhinein?
Durch Honorarvereinbarungen im Vorhinein
- klären Sie die Erwartungen des
Klienten:
In der derzeitigen Wettbewerbssituation ist es notwendig, die Erwartungen
des Klienten zu übertreffen. Dieses Ziel zu erreichen, ist schwierig
genug, aber es ist unmöglich zu erreichen, wenn wir gar nicht wissen,
worin diese Erwartungen bestehen. Eine Honorarvereinbarung im Vorhinein
ist überhaupt erst möglich, wenn Sie vor deren Abschluss die Erwartungen
des Klienten klären. Ja, Sie werden durch eine Honorarvereinbarung
regelrecht „gezwungen“, die Erwartungen des Klienten zu klären.
- schaffen Sie Möglichkeiten des
Cross-Sellings:
Jede Kanzlei möchte gerne zusätzliche Aufträge bei den bestehenden
Klienten gewinnen. Der Erfolg dabei entspricht nicht immer den
Erwartungen. Und das hat einen einfachen Grund: Kanzleien gehen von der
falschen Seite an die Sache heran, sie überlegen, was sie den Klienten
zusätzlich verkaufen können, statt schon beim Erwartungsgespräch in
Erfahrung zu bringen, was der Klient zusätzlich kaufen möchte. Mit
Honorarvereinbarungen können Sie den Leistungskatalog Ihrer Kanzlei im
Vorhinein mit dem Klienten besprechen und – ohne Druck – die Vorteile und
den Nutzen sichtbar machen. Dies ist ein wesentlich professionellerer
Ansatz für Cross-Selling als im Nachhinein noch etwas verkaufen zu
wollen.
- verstärken Sie das Engagement des Klienten
Die Mitwirkung des Klienten und sein eigenes aktives Engagement sind
wichtige Elemente für eine gelungene Zusammenarbeit. Darauf sollten Sie
nicht verzichten. Sie erreichen das Engagement Ihrer Klienten sehr viel
eher, wenn Sie im Vorhinein nicht nur Ihre Aufgaben, sondern auch die der
Klienten aktiv ansprechen und sich deren Kommitments versichern.
Klienten wollen die Kontrolle und Übersicht über die Aufträge haben, die
sie vergeben. Je stärker ihr eigenes Engagement ist, desto stärker ist
auch ihr Gefühl, alles im Griff zu haben.
Allein die Tatsache, dass Sie eine Honorarvereinbarung im Vorhinein mit
Ihrem Klienten abschließen, erhöht das Engagement des Klienten, weil er
einen Input zur Entstehung dieser Vereinbarung geliefert hat. Bei der
Honorarvereinbarung geht es nämlich nicht so sehr um einen juristischen
Vertrag, als um die Vereinbarung eines gemeinsamen Kommitments zwischen
Steuerberater und Klient.
- erzeugen Sie Vertrauen und strahlen Erfahrung
aus
Das Honorar für eine Leistung im Vorhinein zu nennen, zeugt von
Professionalität und vermittelt: Sie machen das nicht zum ersten Mal und
Sie wissen, wovon Sie reden. Häufig höre ich von Steuerberatern, dass es
ihnen unmöglich ist, einen fixen Honorarbetrag zu nennen, solange sie
nicht wissen, wie lange eine Tätigkeit dauert. Meine Antwort darauf?
Erstens hat das Honorar nicht notwendigerweise etwas mit der eingesetzten
Zeit zu tun. Zweitens, wer sonst, wenn nicht der Steuerberater, sollte das
Honorar abschätzen können? Und drittens, gerade bei Routinetätigkeiten
sollten Steuerberater ausreichend Erfahrung haben, um ein fixes Honorar
nennen zu können.
Manchmal kann es passieren, dass ein Auftrag andere Dimensionen annimmt
als ursprünglich angenommen. Das bedeutet jedoch nicht, keine
Fixhonorarvereinbarung im Vorhinein machen zu können. Es bedeutet nur,
dass der Zeitpunkt für eine Zusatzhonorarvereinbarung gekommen ist, indem
Sie Ihren Klienten kontaktieren, ihm erklären, dass und warum sich der
Umfang des Auftrages geändert hat und wie hoch das adaptierte Honorar sein
wird.
- fallen unangenehme Honorarrechtfertigungen
weg
Wenn vorher über das Honorar gesprochen wird, gibt es im Nachhinein keine
Diskussionen. Bei Fixhonorarvereinbarungen kann es keine
Honorarbeschwerden mehr geben. Auftretende Beschwerden sind nicht
Honorarbeschwerden, sondern Beschwerden über die Qualität bzw. die
Leistung als solche.
- vereinfachen Sie die Abrechnung
Ist das Honorar im Vorhinein vereinbart, ist die Abrechnung der Leistungen
lediglich eine administrative Tätigkeit. Konsequent gedacht – und auch
umgesetzt – steht auf der Honorarnote nur mehr die Leistungsbeschreibung
und der Text „wie vereinbart“ mit Angabe des Betrages.
Was der Klient will
Sollten Sie all diese Vorteile immer noch nicht von der enormen Wirkung
der Fixhonorarvereinbarung im Vorhinein überzeugen, so gibt es einen
Grund, der letztendlich zählt: Klienten wünschen sich, das Honorar im
Vorhinein zu kennen! Er möchte sicher beruhigt das Kouvert mit Ihrer
Honorarnote öffnen!
Lesen Sie dazu auch:
"Was
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Wie Sie professionell das Honorar vereinbaren können, ist einer der
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