So wird jede Besprechung zum Erfolg
Klientenbesprechungen sind Alltag für jeden Steuerberater. Durch
Routine und Erfahrung können Besprechungen mit dem Klienten auch ohne
besondere Vorbereitung so abgewickelt werden, dass der Klient im Großen
und Ganzen zufrieden ist. Von einer Besprechung in die nächste – das ist
für viele Inhaber, Partner und Teamleiter der typische
Tagesablauf.
Gerade bei Alltäglichem verliert man leicht das Wesentliche aus den
Augen. Das finde ich schade, denn jede Klientenbesprechung bietet große
Chancen: Und zwar
- den Wert der erbrachten Leistungen darzustellen,
- sich als Steuerberater verständlich zu machen,
- die Beziehung zum Klienten zu verbessern,
- den Klienten bei der Unternehmensentwicklung zu unterstützen,
- die Anliegen des Klienten zu erkennen,
- weitere Beratungsaufträge zu erhalten,
- die Klientenbindung zu erhöhen und
- neue Klienten durch Weiterempfehlung zu gewinnen.
An der Qualität der Besprechungen kann Sie Ihr Klient messen. Und er tut
es auch. Daher ist es lohnenswert, über die Erfolgskriterien von
Klientenbesprechungen nachzudenken, und dann auch danach zu
handeln.
Neben den Grundregeln der Kommunikation zur Gesprächsführung (
www.i-communication.at) sind es
gerade einmal 5 Grundregeln, die das Wesentliche einer
Klientenbesprechung ausmachen.
1) Klare und eindeutige Ziele für die Besprechung fixieren
„Was sollte durch die Besprechung erreicht werden?“ „Was sollte nach der
Besprechung anders sein?“ Das sind auf den ersten Blick einfache Fragen.
Deren Beantwortung für die konkrete Besprechung ist schon nicht mehr so
einfach. Denn es tut sich eine Reihe weiterer Fragen auf.
Möchten Sie den Klienten nur informieren? Möchten Sie, dass der Klient
eine Entscheidung trifft? Möchten Sie, dass der Klient einer Empfehlung
folgt? Oder möchten Sie mehr über die Anliegen des Klienten
wissen?
Um eine Klärung der Ziele der Besprechung kommen Sie nicht herum, wenn
Sie eine hohe Qualität bei Ihrer Klientenbesprechung wollen.
2) Professionelle Vorbereitung und eine Tagesordnung
Die Klärung des Ziels der Besprechung ist schon ein Teil der
professionellen Vorbereitung. Dazu gehört neben der Vorbereitung in der
Sache auch die Vorbereitung auf die Person (siehe auch dazu
www.i-communication.at).
Professionalität bedeutet Schriftlichkeit. Notizen machen den
Unterschied aus. „Schriftliches Denken“ führt zu Klarheit.
Das Ergebnis der professionellen Vorbereitung ist eine Zusammenfassung
der geplanten Besprechungspunkte, die der Klient bereits vor der
Besprechung erhalten sollte. Nur so kann auch er sich auf die
Besprechung zielgerichtet vorbereiten. Weitere Tipps zum Einsatz einer
Tagesordnung finden Sie im Beitrag „
Wirksame
Besprechungen“.
3) Infos vorweg schicken
Immer wieder höre ich, dass Steuerberater vom Vorschlag,
Besprechungsunterlagen vorweg an den Klienten zu schicken, nicht
begeistert sind. Ich frage mich, welches Risiko denn damit verbunden
wäre: Schaut sich der Klient die Unterlagen vor der Besprechung an, dann
wurde damit wertvolle Besprechungszeit gewonnen. Und falls er sich die
Unterlagen nicht ansieht, kann man sie ja immer noch besprechen.
Außerdem „zwingt“ diese Vorgangsweise zu verständlicheren
Unterlagen.
4) Besprechungsprotokoll für den Klienten
Für interne Zwecke werden in Besprechungen so gut wie immer (Akten-)
Notizen erstellt. Mit ein klein wenig Extraaufwand lässt sich daraus ein
brauchbares Besprechungsprotokoll erstellen. Das anschließende Zusenden
des Protokolls an den Klienten erhöht den Nutzen, und damit den Wert der
Besprechung für den Klienten. Es geht nicht um ein ausgefeiltes
Besprechungsprotokoll, sondern um ein Festhalten der getroffenen
Vereinbarungen.
Mit einem Besprechungsprotokoll ist auch die fünfte Regel für
erfolgreiche Klientenbesprechungen um einiges leichter
einzuhalten.
5) Follow-Up der Besprechung
Einige Tage nach der Besprechung sollten Sie den Faden wieder aufnehmen,
d.h. das Besprechungsprotokoll zur Hand nehmen, zum Telefonhörer greifen
und beim Klienten nachfragen, ob in Bezug auf die Besprechung die Ziele
erreicht wurden, die Maßnahmen umgesetzt wurden etc. Wie viele Tage nach
der Besprechung Sie anrufen sollten, hängt vom Inhalt und Ergebnis der
Besprechung ab.
Sie meinen, diese Maßnahme wäre übertrieben? Ja, es mag den einen oder
anderen Fall geben, in dem ein Follow-Uup wenig sinnvoll und nicht
notwendig ist. Nehmen Sie diese Tatsache aber nicht als Ausrede dafür,
um in jenen Situationen, in denen es äußerst sinnvoll ist, genau diesen
entscheidenden Anruf zu tätigen. Sie erhöhen die Wirkung – und damit
letztendlich den Erfolg – der Besprechung um ein Vielfaches.
Resümee
Ist die Einhaltung dieser Grundregeln schwierig? Ja und nein. „Ja“
insofern, als dass man seine bisherigen Gewohnheiten überprüfen und
gegebenenfalls anpassen muss. „Nein“ in der Hinsicht, als dass es leicht
zu verstehende und einfache Dinge sind. Probieren Sie es aus. Nehmen Sie
sich vor, die nächsten zehn Klientenbesprechungen im Hinblick auf die
hier genannten Punkte zu optimieren. Betrachten Sie das Ergebnis dieser
Besprechungen. Und treffen Sie dann die Entscheidung, ob Sie diese
Vorgangsweise nicht beibehalten möchten!