Die Wirksamkeit von kritischem Feedback
Wer als Führungskraft Mitarbeiterführung ernst nimmt, weiß, wie wichtig
für die kontinuierliche Bereitschaft zu Leistung und die stetige
Weiterentwicklung der Mitarbeiter regelmäßiges Feedback ist.
Jahreszielgespräche, Herbstgespräche und Mitarbeitergespräche mit
unterschiedlichen Inhalten gehören heute schon in vielen Kanzleien zum
bewährten Methodenrepertoire der Mitarbeiterführung. All jene, die diese
Gespräche gewissenhaft durchführen und nachbereiten, wissen um deren
ungeheure Wirksamkeit.
Auf Grund solcher individueller Gespräche starten Menschen Karrieren.
Entwicklungsprozesse entstehen auf Grund von Vereinbarungen, die in
einem Mitarbeitergespräch geschlossen wurden. Konflikte und
Streitigkeiten, die die Mitarbeiter in ihrer alltäglichen
Leistungserfüllung behindern, werden hier oft erstmals aus- bzw.
angesprochen. All dies nur auf Grund von gezielten Gesprächen und der
Bereitschaft aller, miteinander über die Arbeit zu reden.
Wer redet eigentlich mit Ihnen als Inhaber, Partner, Teamleiter – also
Führungskraft – über Ihre (Führungs-) Arbeit? Woher bekommen Sie Ihr
Feedback? Haben Sie sich schon einmal darüber Gedanken gemacht?
Im Beitrag
„Wie
gut führe ich meine Mitarbeiter?“ habe ich Möglichkeiten dazu
bereits vorgestellt.
Wer gibt Ihnen Feedback?
„Wer fragt, der führt!“ ist ein Merksatz der Gesprächsführung. In der
Mitarbeiterführung gilt auch die Umkehr: „Wer führt, der fragt!“ – und
zwar seine Mitarbeiter, was sie von den Führungsqualitäten ihres Chefs
halten.
Führungskräfte, die erfolgreich sein wollen, unterscheiden sich von
anderen dadurch, dass sie sich regelmäßig Feedback organisieren. Nicht
von irgendwem, sondern genau von denjenigen, die von ihrer Führung
direkt betroffen sind. Nun ist es für Mitarbeiter nicht gerade leicht
ihren Chefs zu sagen, was diese gut machen und noch weniger, was diese
gar nicht so gut können. Zu groß sind die Sorge um Vergeltung oder -
noch schlimmer - Benachteiligungen.
Solange ein offenes Feedback unterbleibt, kann keine Führungskraft
wissen, wie Mitarbeiter das Führungsverhalten wahrnehmen und empfinden.
So bekommt der Chef keine Chance, es zu überdenken und gegebenenfalls zu
ändern. Lernen und entwickeln bedeuten immer Veränderung. Verändern kann
man aber nur, was man auch kennt. Manche Dinge im Führungsalltag
passieren unbewusst und unreflektiert. Die Einzigen, die es wahrnehmen
können, wagen meist nicht, es ihren Chefs direkt zu sagen.
Organisieren Sie Ihr Feedback mit System
Ein anonymer Führungs-Check bietet Ihnen die Möglichkeit, auf
einfache Weise ihr Führungsverhalten auf den Prüfstand zu stellen. Ihre
Mitarbeiter antworten auf ausgewählte Fragen mittels Fragebogen. Der
Fragenkatalog basiert entweder auf den Fragen nach Gallup (siehe dazu
auch
"Mitarbeitergespräche
richtig führen") oder aus einem von Ihnen formulierten Fragenkatalog
mit einer ganz persönlichen Zusammenstellung von Fragen und spezifischen
Schwerpunktsetzung. Erstellen Sie den Fragebogen mit einer
Bewertungsskala von 1 - 6 oder einer Abfrage nach dem Grad der
Zustimmung (stimme stark zu, stimme zu … bis widerspreche stark). Für
das Sammeln der Fragebögen sollten Sie eine Box z.B. im Sekretariat
aufstellen.
Tragen Sie die Ergebnisse in einer Grafik ein. Damit können Sie auf
einen Blick sehen, wie Sie bewertet wurden. Interessant sind nicht die
absoluten Werte, sondern wie Sie Ihr Führungsverhalten im Laufe der Zeit
verbessern konnten. Ich empfehle Ihnen, den Führungs-Check mindestens 3
mal im Abstand von 3 bis 4 Monaten zu wiederholen.
Mit dieser Methode können Sie bei Partnerschaften einen Vergleich
zwischen den Partnern hinsichtlich Führungskompetenzen herstellen.
Die Wirkung des Führungs-Checks ist unbestritten schon bei der ersten
Fragerunde vorhanden. Genau hier startet Ihr persönlicher
Veränderungsprozess. Sie schaffen damit ein neues Bewusstsein über die
Tätigkeit des Führens, für sich und Ihre Mitarbeiter.
Sie zeigen Ihren Mitarbeitern damit deutlich:
- Ich nehme meine Tätigkeit als Führungskraft ernst.
- Mir ist die Meinung meiner Mitarbeiter wichtig.
- Ich vertraue darauf, dass meine Mitarbeiter mir konstruktives
Feedback geben wollen.
- Ich bin bereit mich weiterzuentwickeln, die Antworten meiner
Mitarbeiter sehe ich als Geschenk.
… und dann?
Wer Feedback bekommt, sollte sich dafür bedanken. Feedback ist immer ein
Geschenk. Und wie das mit Geschenken so ist, sie können dem Schenkenden,
wie auch dem Empfänger Kopfzerbrechen bereiten. Nicht immer wird es
leicht fallen, das Feedback ohne Widerstand aufzunehmen. Die Bandbreite,
welche Gefühle das Feedback Ihrer Mitarbeiter bei Ihnen auslösen kann,
könnte reichen von: „Du liebe Güte, so bin ich“ bis zu „Hmm,
interessant“.
Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern über das Ergebnis. Wenn Sie
ernsthaft daran interessiert sind, sich als Führungskraft weiterzu-
entwickeln, ist das ein guter Anlass mit Ihren Mitarbeitern ins Gespräch
zu kommen. Wöchentliche Teammeetings oder das monatliche Jour Fix sind
eine gute Gelegenheit dafür. Fragen Sie nach, wenn das Ergebnis für Sie
unverständlich ist und zeigen Sie Ihre ehrliche Freude, wenn es für Sie
erfreulich ist.
Ich unterstütze Sie gerne
In meinen Beratungs- und Coachingprojekten ist Führung und das eigene
Führungsverhalten immer wieder Thema. Bisweilen herrscht in Kanzleien
nicht immer wohlwollendes Schweigen über die Führungsqualitäten der
Kanzleiinhaber oder Partner, sondern nur via „Flurfunk“, sprich
hintenherum, wird darüber berichtet.
Das Befragen der Mitarbeiter mittels Fragebogen ist ein Weg, der Ihre
Arbeit am eigenen professionellen Führungsverhalten unterstützt.
Sollten Sie mehr über den Führungs-Check wissen wollen, bitte klicken
Sie
hier
>>> oder schreiben Sie mir
stefan@stefanlami.com.