Es lohnt sich, das zu wissen
Eine wichtige Fähigkeit für den Erfolg einer Steuerberatungskanzlei
ist, den Entscheidungsprozeß der Klienten zu kennen. Was auf den ersten
Blick schwierig erscheint, ist zum Glück ziemlich einfach. Nämlich
deswegen, weil jeder von uns einen vergleichbaren Entscheidungsprozess
selbst schon einige Male durchgemacht hat.
Der eigene Entscheidungsprozess als Ausgangspunkt
Wie gehen Sie vor, wenn Sie sich für einen Arzt, einen Rechtsanwalt oder
eine Werbeagentur entscheiden müssen? Glauben Sie nicht auch, dass
Klienten von Steuerberatern nicht ähnlich, und ich würde sogar sagen
genau gleich, vorgehen.
In den überwiegenden Fällen verlassen wir uns doch auf Empfehlungen von
Freunden und Geschäftspartnern. Wir sprechen mit mehreren Leuten über
das Thema und fragen sie nach deren Erfahrungen. Denkt man darüber etwas
länger nach, erkennt man erst wie wichtig es ist, die bestehenden
Klienten exzellent zu betreuen, damit sie auch eine entsprechende
Empfehlung aussprechen!
Außerdem entscheiden sich Menschen immer emotional und nicht
intellektuell-rational. Selbst wenn unsere Entscheidung den Anschein
einer rationalen hat, so war sie in Wirklichkeit trotzdem eine
emotionale Entscheidung, die wir im Nachhinein rationalisieren. War das
nicht auch beim letzten Autokauf so? Wir gingen zum Autohändler, machten
eine Probefahrt und nach einer kürzeren oder längeren Bedenkzeit
unterschrieben wir den Kaufvertrag.
Eigentlich fiel die Entscheidung für dieses Auto jedoch schon viel
früher: Z.B. als Ihnen ein Freund von seinem neuen Auto erzählt hat,
und/oder Sie das Auto in der Anzeige oder im Schaufenster gesehen
haben.
Wenn Sie dann nach Ihrem neuen Auto gefragt wurden, begründeten Sie
Ihren Kauf mit dem hohen Wiederverkaufswert, den
Sicherheitseinrichtungen, der 3-Jahres-Garantie, dem gut ausgebauten
Händlernetz etc.
Sieben mögliche Einflussfaktoren auf die Entscheidung des
Klienten
Im Wesentlichen sind es sieben Einflussfaktoren, die für die Wahl des
Klienten ausschlaggebend sind:
1. Der weitaus größte Teil Ihrer neuen Klienten kommt
aufgrund von Weiterempfehlungen Ihrer bestehenden Klienten. Der
wichtigste Faktor der Entscheidung für Sie als Steuerberater ist in
diesen Fällen, wie von Ihrer Kanzlei gesprochen wird. Übrigens: Negative
Erfahrungen werden ca. zehnmal öfter weiter erzählt als positive
Erlebnisse!
2. Der nächst größere Teil Ihrer neuen Klienten kommt
mit größter Wahrscheinlichkeit über Empfehlungen von Banken,
Rechtsanwälten, Notaren und Versicherungsmaklern. Je nachdem wie gut Sie
Ihr Netzwerk pflegen und welche guten Argumente (und Werbemittel) Sie
Ihren Netzwerkpartnern in die Hand geben, fällt die Entscheidung für
oder gegen Sie als Steuerberater aus.
3. Ein weiteres Entscheidungskriterium bei der
Steuerberaterwahl ist Ihr allgemeiner Ruf als Experte. Mit Büchern,
Publikationen in den passenden Fachzeitschriften, Vorträgen für die
Zielgruppe, können Sie die Entscheidung potenzieller Klienten
beeinflussen.
4. Berufliche Verbindungen stellen einen nicht zu
unterschätzenden Faktor dar. Eine Position in angesehener und
anerkannter Stelle (z.B. in Kammern und anderen Berufsverbänden sowie
Ausschüssen und beruflichen Organisationen) kann den Ausschlag für die
Entscheidung des Klienten geben.
5. Ein kleiner Teil von Klienten entscheidet sich
aufgrund von typischen Werbemaßnahmen (z.B. Inserate), Sie zu
kontaktieren. Um mit Werbemaßnahmen die Entscheidung tatsächlich
beeinflussen zu können, ist ein regelmäßiges Erscheinen in den Medien
der Zielgruppe notwendig.
6. Das Internet beeinflusst natürlich auch die
Entscheidung potenzieller Klienten. Allerdings selten in dem Ausmaß,
dass die Entscheidung schon allein durch den Werbeauftritt der Kanzlei
gefällt wird, sondern in der Hinsicht, dass Ihre Homepage ein weiteres
Prüfkriterium ist.
7. Tochterfirmen internationaler Unternehmen bleibt
oft keine Wahl hinsichtlich des Steuerberaters. Konzernrichtlinien
bestimmen in diesem Fall die Entscheidung.
Die Entscheidung bei der Auswahl eines Steuerberaters ist immer eine
Kombination der verschiedenen genannten Elemente. Je besser Sie den
Entscheidungsprozess Ihrer Zielgruppe kennen, desto leichter fällt es,
diesen zu Ihren Gunsten zu beeinflussen. Daher ist der letzte Tipp der
vielleicht wichtigste: Bauen Sie die Frage „Warum sind Sie zu uns
gekommen?“ in jedes Erstgespräch mit einem Klienten ein. Ziehen Sie Ihre
Schlüsse daraus und verstärken Sie den jeweiligen Einflussfaktor durch
gezielte Marketingaktivitäten (siehe dazu auch
Marketingaktivitäten).