Sagen alle von sich! Wird Beziehung auch gelebt?
Unzweifelhaft herrscht im Berufsstand Einigkeit darüber, dass die
Beziehung zum Klienten ein Erfolgsfaktor ist. Steuerberatung ist und
bleibt eine höchstpersönliche Dienstleistung.
Klienten bestätigen in Umfragen immer wieder, dass ihnen sowohl bei der
Auswahl als auch bei der laufenden Zusammenarbeit die persönliche
Betreuung durch und die Beziehung zu ihrem Steuerberater enorm wichtig
sind.
Klientenbeziehung als Hygienefaktor?
Eine besondere persönliche Beziehung, die der Klient mit Sicherheit
anderswo nicht findet, ist der erstgereihte Wettbewerbsfaktor, den
österreichische Steuerberater nennen (Befragung der Kammer der
Wirtschaftstreuhänder im März 2007). Was bedeutet diese Aussage, wenn
die Mehrzahl der Steuerberater so ihren Wettbewerbsvorteil beschreibt?
Ganz einfach, dass die Klientenbeziehung keinen unterscheidbaren
Wettbewerbsvorteil darstellt, sondern ein Grundmerkmal der
Steuerberatungsleistungen ist. So wie wir - in Mitteleuropa - davon
ausgehen, dass es beim Arzt oder im Krankenhaus sauber ist, gehen
Klienten davon aus, dass sie in der Steuerberatungskanzlei persönlich
betreut werden und der Steuerberater, Betreuer oder Mitarbeiter an einer
persönlichen Beziehung mit seinem Klienten interessiert ist.
Äußerst kritisch betrachtet, ist dieses Betonen der Klientenbeziehung
oft nur ein Lippenbekenntnis. Steht nicht oft die Sachfrage im
Vordergrund? Haben Sie nicht ab und zu das Gefühl, dass der Klient
stört, wenn er Sie anruft und Sie aber gerade eine wichtige Sache zu
erledigen haben? Wollen Steuerberater und Mitarbeiter nicht einfach nur
den Fall abschließen und dabei sollten vor allem die Unterlagen
ordentlich aufbereitet sein? Werden nicht oft auf Grundlage der Ordnung
der Belege voreilig Rückschlüsse über den Klienten als Mensch gezogen
und dabei natürlich diese „Vorurteile“ bestätigt? Werden Klienten
tatsächlich so behandelt, wie Menschen (Freunde), mit denen man eine
gute Beziehung aufbauen bzw. erhalten will?
Wollen Steuerberater und Mitarbeiter in Steuerberatungskanzleien
echte Klientenbeziehungen?
Dieser Frage bin ich im Beitrag
„Bessere
Klientenbeziehungen und höhere Gewinne“, bereits etwas auf den Grund
gegangen? Dort finden Sie eine Gegenüberstellung der beiden Gegensätze,
nämlich des Auftragsdenken einerseits und der echten
Klientenbeziehung andererseits.
Es geht nicht um die moralische Frage, was richtig oder falsch ist, ob
"Auftrag" oder "Beziehung" richtig ist. Wichtig ist, dass Sie eine klare
Entscheidung für das Eine oder Andere treffen. Wichtig ist auch, dass
Sie darauf achten, wie der einzelne Klient „tickt“. Nicht alle Klienten
wollen das Gleiche. Es gibt auf der einen Seite natürlich Klienten, bei
denen die professionelle Abwicklung des Auftrags so stark im Vordergrund
steht, dass ihnen die persönliche Beziehung zu ihrem Berater nicht
wichtig ist. Befragungen zeigen, wie bereits erwähnt, dass für die
Mehrheit der Klienten die Beziehung und die persönliche Betreuung eine
wesentliche Rollen spielen.
12 Tipps für den Aufbau bzw. die Verbesserung von Beziehungen
Vertrauen und damit eine Beziehung baut man auf, indem man spricht, ohne
dass es einen Anlass gibt. Berücksichtigen Sie diese Lebensweisheit auch
im Geschäftsleben, dann bedeutet das, den Klienten ohne Anlass zu
kontaktieren (Anruf, Besuch, Einladung etc.). Geschieht dies, so ist es
ein erstes Anzeichen dafür, dass in Ihrer Kanzlei Klientenbeziehung auch
gelebt wird. Sollte Ihre Antwort lauten, dass Sie (und Ihre Mitarbeiter)
dafür keine Zeit haben, dann sehe ich diese Reaktion als Ausrede an. Es
ist Ihnen einfach nicht wichtig. Für Dinge, die uns im Leben wichtig
sind, haben wir immer Zeit. Es mangelt ja nie an Zeit, sondern an klaren
Prioritäten.
Tipps zum Beziehungsaufbau gibt es eine ganze Menge. Am Besten zusammen
gefasst sind sie im Buch
„Wie man Freunde gewinnt“ (
siehe
Buchempfehlungen) von Dale Carnegie. Ein Bestseller aus dem Jahr
1936 (!), der immer noch Gültigkeit hat.
Hier 12 praktische Tipps zum Beziehungsaufbau:
1
|
„Wie man Freunde gewinnt“ von Dale Carnegie, lesen und danach
handeln. |
2
|
Den ersten Schritt machen. |
3
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Etwas für die Kinder des Klienten tun, erledigen,
organisieren. |
4
|
Gute Fragen stellen. |
5
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Zuhören UND sich erinnern. |
6
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Humor haben und sich nicht selbst zu wichtig nehmen. |
7
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Agieren statt reagieren. So kann man nicht überreagieren. |
8
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Wenn Sie Hilfe brauchen, danach fragen. |
9
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Sich für den Menschen interessieren. |
10
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Aufrichtige Komplimente machen. |
11
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Sich freuen, wenn der Andere redet. |
12
|
Einladen, und nicht darauf warten, eingeladen zu werden. |
Weitere Tipps finden Sie im Beitrag
„Die
Selbstverständlichkeiten einer Klientenbeziehung“.
Machen Sie den ersten Schritt! Ihr Gegenüber, wer auch immer es ist,
wird sich freuen und es Ihnen danken!
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