4 Wege, um mit weniger mehr zu erreichen
Mit weniger Einsatz mehr erreichen! Wer möchte das nicht? Im Folgenden
möchte ich Ihnen 4 grundsätzliche Wege zu deutlichen
Produktivitätssteigerungen in Ihrer Kanzlei vorstellen. Gleich vorweg,
die Vorschläge sind nicht ganz so leicht umzusetzen. Aber so ist es im
Leben (und Beruf) generell: Die wirklich wichtigen Dinge sind immer
schwierig. Wenn es nicht so wäre, würde ja jeder Erfolg haben.
Weg 1: Ungestörtes Arbeiten
Darüber habe ich im Beitrag
„Produktivität
für Kopfarbeiter“ ausführlich geschrieben. Produktivität hat nichts
mit dem Verhältnis der produktiven zu den unproduktiven Stunden zu tun.
Produktivität für Kopfarbeiter bedeutet das genaue Abschätzen der Zeit,
die man braucht, um eine Arbeit ungestört zu erledigen. D.h.:
1) Je besser es gelingt, vorher abzuschätzen, wie lange man für
eine gewisse Tätigkeit braucht, desto besser kann man seine Arbeiten
planen und vermeidet Leerläufe.
Und noch viel wichtiger:
2) Je ungestörter eine Tätigkeit erledigt werden kann, desto
wahrscheinlicher ist eine enorm höhere Produktivität!
Diese Definition von Produktivität ist der Ausgangspunkt! Lesen Sie
mehr dazu im erwähnten Beitrag
„Produktivität
für Kopfarbeiter“.
Weg 2: Unterdelegation vermeiden
Unterdelegation ist der
größte Profit- und Produktivitätskiller
in Steuerberatungskanzleien. Stellen Sie sich 2 Fragen:
1) Wie viel Prozent meiner Zeit verbringe ich derzeit mit
Tätigkeiten, die ein weniger qualifizierter Mitarbeiter übernehmen
könnte, wenn wir die entsprechende Organisationsstruktur hätten und der
weniger qualifizierte Mitarbeiter so in die Arbeit eingeführt würde,
dass kein Qualitätsverlust entsteht? (Davon ausgenommen sind
selbstverständlich Tätigkeiten, von denen der Klient erwartet, dass Sie
sie ausführen.)
2) Und wie viel Prozent unserer gesamten Tätigkeiten in der
Kanzlei werden von zu hoch qualifizierten Mitarbeitern ausgeführt?
Sie werden feststellen, dass es dabei um enorme Potenziale geht.
Professionelles Delegieren ist schwierig und kostet Zeit. Ausführliche
Tipps für das wirksame Delegieren habe ich bereits beschrieben:
„Wer
durchführt, führt nicht“. In diesem Zusammenhang lohnt sich auch die
Lektüre
„Ein
neuer Betreuer – Risiko oder Chance“.
Weg 3: Intelligente Honorargestaltung
Unintelligente Honorargestaltung ist der
allergrößte Profit- und
Produktivitätskiller in der Steuerberatung! Ja tatsächlich, denn beim
Preis liegt der größte Hebel. Denken Sie daran, dass 1 %
Preisverbesserung ca. 3 % Ergebnisverbesserung zur Folge hat (in einer
durchschnittlichen Steuerberatungskanzlei). Meines Erachtens wird durch
unintelligente Honorargestaltung (Verrechnung im Nachhinein, Verrechnung
nach Stunden, kein Fokus auf den Wert der Dienstleistung, etc.) am
meisten Produktivität liegengelassen.
Tipps zur Honorargestaltung finden Sie auf www.stefanlami.com eine
ganze Menge. Verwenden Sie dazu am Besten im Bereich
Arbeitsunterstützung die Themenübersicht und wählen Sie „
Honorargestaltung“
aus.
Weg 4: Optimieren der Prozesse
Ein mühevoller, aber lohnenswerter Weg. In der Übersicht habe ich für
die Standardleistungen die wesentlichsten Ansatzpunkte stichwortartig
zusammengefasst:
| Lohnverrechnung |
- Software-Nutzung
- Anzahl der Handgriffe
- Abrechnungszeitpunkt bzw. -blöcke
- Ablagesystem
- Art und Weise, wie Infos erhalten werden
|
Buchhaltung
|
- Software-Nutzung
- Datentransfer
- Ablagesystem
- Organisation der Belege
- „Erziehung“ des Klienten
- Regelmäßigkeit der Arbeiten
|
| Jahresabschluss |
- Qualität der Buchhaltung
- Auftragsplanung und -steuerung
- Durchgehendes Bearbeiten eines Jahresabschlusses
- Vollständige Informationen
- Direkte Kommunikation mit dem Klienten, z.B.
Arbeiten vor Ort
|
| Steuererklärungen |
- Bündelung von Arbeiten
- Vollständige Informationen
|
Zu jedem einzelnen Punkt lässt sich eine ganze Menge sagen. Ich greife
nur 2 Tipps beispielhaft heraus:
1) Handgriffe in der Lohnverrechnung: Stellen Sie sich vor, dass
Sie pro Abrechnung eines Dienstnehmers 3 Handgriffe sparen könnten (z.B.
durch effizienteren Einsatz der Software, durch eine andere Art der
Ablage bzw. Dokumentation, etc.) so führt das bei 1.000
monatlichen Abrechnungen zu 36.000 Handgriffen weniger im Jahr!
2) Die Produktivität in der Buchhaltung liegt zum größten Teil
beim Klienten. Abhängig davon wie gut es Ihnen gelingt, die Unterlagen
perfekt zu erhalten, wird die Buchhaltung höchst produktiv erledigt
werden können, oder eben nicht. Vor Ort den Klienten zu organisieren,
ist eine Maßnahme zur Produktivitätssteigerung.
Was tun?
Starten Sie eine Produktivitätsinitiative in Ihrer Kanzlei. Diskutieren
Sie im nächsten Kanzleimeeting mit Ihrem Team die 4 Wege. Ich bin mir
sicher, Sie werden eine Fülle von möglichen Maßnahmen finden. Denn Ihre
Mitarbeiter haben sicher das gleiche Interesse: Mit weniger mehr
erreichen!